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Stellungnahme der ATIB zu den diffamierenden Anschuldigungen

In den vergangenen Wochen wurden erneut kampagnenartig Berichte über die Union der Türkisch-Islamischen Kulturvereine in Europa e.V. (ATIB) veröffentlicht. ATIB wurde besonders in den sozialen Netzwerken in einen direkten Zusammenhang mit den sogenannten „Grauen Wölfen“ gebracht. Damit versuchen einige Akteure der ATIB eine verfassungsfeindliche und nationalistische Ideologie zu unterstellen. Da weder die Verbreiter dieser Unwahrheiten das direkte Gespräch mit ATIB gesucht, noch politische Entscheidungsträger und Medienmacher gemeinsam mit ATIB über die Anschuldigungen diskutiert haben, möchten wir uns als Verband uns nicht nur von diesen Anschuldigungen distanzieren sondern uns erneut deutlich diesen gegenüber positionieren. Wir hoffen, dass zukünftig alle Personen und Institutionen, die Zweifel an der Position der ATIB haben, durch einen Besuch in unserer Zentrale, ihre Zweifel kundtun, ATIB eine Gelegenheit geben diese Unwahrheiten zu entkräften um damit bestehende Zweifel auszuräumen.
ATIB wurde 1987 als Zusammenschluss von türkischstämmigen Moschee- und Kulturvereinen in Belgien, Holland und Deutschland gegründet. Die meisten Moschee- und Kulturvereine waren zuvor Mitglieder der heute aktiven Föderation der Türkisch-Demokratischen Idealistenvereine. Die Gründer von ATIB haben verstanden, dass die sog. Gastarbeiter aus der Türkei in Deutschland bleiben und ihre Zukunft hier aufbauen werden. Daher war es auch notwendig, den Prozess der Verortung in Deutschland durch Gründungen von Moschee- und Kulturvereinen zu begleiten, die weder organische noch ideelle Bindungen zu Parteien und Organisationen in anderen Ländern haben, und eine aus Deutschland und Europa ausgehende Religions- und Kulturpflege für ihre Gemeinde zu fördern.

ATIB hat sich bei der Gründung zum Grundsatz gemacht, die türkischstämmigen Muslime zu stärken und zu Mitgliedern zu erziehen, mit dem Ziel, die europäische Gesellschaft um weitere Werte zu bereichern. Die Verbandstätigkeit besteht hauptsächlich in der Religions- und Kulturpflege. Im Rahmen der Religionspflege hat sich ATIB bewusst für einen in Deutschland verorteten Islam eingesetzt und den heutigen Zentralrat der Muslime in Deutschland, bestehend aus deutschen Muslimen und Muslimen aus verschiedensten Ländern, mitbegründet. Im Rahmen der Kulturpflege, beabsichtigen wir als ATIB die Vielfalt der türkischen Kultur unserer neuen Generation als wichtiges Werkzeug des kulturellen Austausches mitzugeben. Dabei setzen wir auf Bildungsreisen, Kunst- und Kulturaustausch, Jugend- und Frauenarbeit sowie aktive Förderung der Muttersprache.
Das Zusammenleben von verschiedensten Ethnien und Religionen im traditionellen Islam und im Osmanischen Reich sowie der Islam als Garant dieser Toleranz und des Miteinanders ist eine wichtige Grundlage unserer Geisteswelt. Dieses Verständnis von Toleranz hat ATIB bei der Gründung unterstrichen. So zählen zu den Gründungsmitgliedern der ATIB Türken verschiedenster ethnischer Couleur, wie beispielsweise zahlreiche Kurden, die bis heute noch Führungspositionen im Vorstand und den Landesverbänden innehaben. Darüber hinaus zählen auch schiitische Dschafariten zu den Gründungsmitgliedern, die ebenfalls bis heute Vorstandspositionen im Dachverband einnehmen. Mit alawitischen Muslimen wie beispielsweise der CEM Stiftung (Cem Vakfi), als eine der größten alawitischen Organisationen der Türkei und Europa, steht ATIB ebenfalls im konstruktiven Dialog. So hat ATIB gemeinsam mit der CEM Stiftung mehrere Dschem (alawitische Zeremonie) organisiert, um die bis heute notwendige Aufklärung über die alawitische Strömung zu fördern. Des Weiteren spiegelt sich die starke Rolle der Frau in der türkischen Tradition, bestärkt durch das islamische Verständnis der Frau als aktive Person im gesellschaftlichen Zusammenleben, durch den hohen Anteil von jungen Frauen im ATIB Vorstand wieder.
Wer sich mit der Arbeit von ATIB auseinandersetzt, versteht schnell, dass ATIB sich entschieden gegen jede Art von Extremismus und Fanatismus einsetzt. Die Verleumdungen und haltlosen Unterstellungen haben mittlerweile reflexartigen Charakter angenommen und folgen einer diffamierenden Rhetorik, die auch gegen andere muslimische Verbände in Deutschland angewendet wird. Wir als ATIB laden Politik und Gesellschaft ein, offen auf uns zuzugehen und sich ernsthaft mit der Materie auseinanderzusetzen, um voreiligen Schlüssen und falschen Wahrnehmungen, die einer bestimmte Agenda in unserem Land folgen, entgegenzutreten; denn gerade in Zeiten eines aufblühenden Rechtsextremismus und religiös begründeten Extremismus tragen wir gemeinsam die Verantwortung miteinander zu sprechen, um gemeinsam die Herausforderungen für unser Land zu meistern.